Tonkreis so mi - Die Rufterz

In der Solmisation fängt man gerne mit der sog. Rufterz an. Wenn wir rufen, tun wir das automatisch und meist mit den zwei Tönen der Rufterz. "Hallo, Tina"

Prominentes Beispiel für die Rufterz ist der Kuckucksruf. Auch der Kuckuck ruft seinen Namen mit der Rufterz. In den vielen Kuckucksliedern hören wir folglich die Rufterz. "Kuckuck, Kuckuck (ruft's aus dem Wald)". 

Die ersten Singversuche von Kindern: Rufterz. "Fang mich doch, du Eierloch." (Anm.: Beim Stadionklassiker "Ole" enden wir am Schluss auf do)

Aus diesen Gründen geht es hier einmal nicht mit der ersten Tonsilbe "do" los, sondern auch wir starten mit der Rufterz so-mi.

Schritt 1: Tonsilben und Handgesten lernen

Sie hören und sehen eine Folge von so-mi Bausteinen. Jeder Baustein kommt zweimal.
Beim ersten Mal schauen und hören Sie nur zu, bei der Wiederholung sind Sie dran: Zeigen und Singen.

Üben Sie ein- bis dreimal am Tag mit dem Video.
Testen Sie ihren Lernerfolg mit den Schritten zwei und drei.
Ich denke,  spätestens nach 20 bis 30 Wiederholungen*, also nach eins zwei Wochen sitzt das so-mi. 

*Später, wenn man's kann, ist es egal, ob man nach 5 oder 50 Malen so weit war. Ans Ziel kommt, wer durchhält.

Schritt 2: Hörend erkennen

Sie haben das Video aus Schritt 1 oft durchgesungen und kommen nicht mehr mit so und mi durcheinander?

Hier können Sie testen, wie gut Sie die Stufen erkennen. Sie hören eine Folge von Bausteinen, jeweils zweimal.

  1. Klavier solo.
  2. Die Auflösung. Hier singen und zeigen Sie bitte mit.

Bei der Wiederholung merken Sie, ob Sie richtig lagen.
Wenn Sie viele Fehler machen ... zurück zu Schritt 1 und erstmal ein paar Tage weiter üben.

Wählen Sie eine Lage, die Ihnen angenehm ist:

Laden Sie sich "Ihre" Datei auf Ihren mp3-Player.
Zum Speichern: Rechtsklick, speichern unter ...
Für Mac-User: STRG + Klick, speichern unter ...

Raten zählt nicht. Sie sind am Ziel, wenn Sie wissen, welchen Baustein Sie gehört haben. Null Fehler lautet das Ziel. Wenn Sie alle Bausteine sicher erkennen, sind Sie bereit für Schritt drei.

Schritt 3: Innere Tonvorstellung

In unserer letzten Übung geht es um die innere Tonvorstellung.

Zu Beginn hören Sie als Vorgabe das "so". Dann kommen die Bausteine.

Dabei sehen Sie zuerst nur die Handgesten. "Lesen" Sie mit und stellen Sie sich den Klang vor.
Bei der Wiederholung singen Sie mit und hören auch gleich die Auflösung.
Da Sie die Tonsilben inzwischen beherrschen, erspare ich Ihnen meinen Gesang.

Sie sind am Ziel, wenn Sie bereits beim Zeigen der Handgesten den Klang hören.

Für Cracks: Sie können auch versuchen, bereits bei den Handgesten mitzusingen. Das geht tatsächlich.

Das Video gibt es in drei Lagen:

hoch: F-Dur
mittel: D-Dur
tief: Bb-Dur

Wenn Sie alle Bausteine korrekt mitsingen, sind Sie bereit für Lektion 2: Leiermelodik.

Lieder

Vom Blatt singen

Falls Sie schon den Basiskurs "Noten und Solmisation" absolviert haben, finden Sie hier Übungsbeispiele zum Notenlesen. Der Film enthält mehrere Beispiele mit Lösung.
Zu Beginn gibt es ein paar Hinweise zu Noten- und Pausenwerten, aber ansonsten gibt es hier keine weiteren Hilfen zum Rhyhthmuslesen.

Tonkreis la-so-mi, Beispiele Bb-Dur

Sternchenwissen

... hier noch ein paar Infos für alle, die bereits über viel Hintergrundwissen zur Musik verfügen:

Die neue Tonsilbe la entspricht der Sexte in Dur.
la ist Grundton in Moll.

Auch die Leiermelodik findet sich an anderen Stellen in der Tonsilbenreihe. Hier alle vier Stellen:

  • la-so-mi
  • so-fa-re
  • mi-re-ti
  • re-do-la

Analog zur letzten Lektion empfindet man aber automatisch die Leiermelodik als la-so-mi.
Also wieder als stark durlastig.

Da noch weitere Lektionen folgen: Wann ist eigentlich die Zuordnung der Tonsilben zu den Tonstufen eindeutig?
Antwort: Eigentlich erst, wenn alle Tonstufen vorgestellt wurden. Mindestens nötig sind beide Halbtonschritte: mi-fa und ti-do. Es gibt aber praktisch keine Lieder im Tonraum: ti do mi fa.
Es gibt aber viele Lieder im Zwei-, Drei- ... Fünftonraum. Hier sind oft alternative "Vertonsilbungen" denkbar. Aber ähnlich wie bei so-mi und la-so-mi nicht sinnvoll. Durch unsere musikalische Sozialisation sind wir stark dur/moll-tonal geprägt.

 

Hier könnt Ihr die Lieder hören.

Vom Blatt singen

Falls Sie schon den Basiskurs "Noten und Solmisation" absolviert haben, finden Sie hier Übungsbeispiele zum Notenlesen. Der Film enthält nacheinander vier Beispiele mit Lösung.
zu Beginn gibt es ein paar Hinweise zu Noten- und Pausenwerten, aber ansonsten gibt es hier keine weiteren Hilfen zum Rhyhthmuslesen.

Tonkreis so-mi, Beispiele D-Dur

Sternchenwissen

... hier noch ein paar Infos für alle, die bereits über viel Hintergrundwissen zur Musik verfügen:

 mi und so sind Terz und Quinte in der Durtonleiter.

Die Rufterz ist eine kleine Terz. so-mi ist aber nicht die einzige Stelle in unserer Tonsilbenfolge, an der man die kleine Terz findet. Hier alle vier Stellen:

  • so-mi
  • fa-re
  • re-ti
  • do-la

Warum gibt man so-mi den Vorzug?
Es hat mit den umliegenden Tonsilben zu tun, der Erweiterung nach oben und unten. Erweitert man die Rufterz nach unten um eine weitere Terz, erhält man den Durdreiklang: so mi do.

Unterlegt man die Rufterz mit Akkorden, ergeben sich je nach o.g. Variante vier Möglichkeiten:
fa-re und re-ti verlangen nach einer Dominante oder Subdominante.
do-la ... Molltonika
so-mi ... Durtonika, von allen vier Möglichkeiten klingt sie am vertrautesten.

Die Rufterz mit so-mi zu vertonsilben, ist nicht die einzige Möglichkeit, aber eine sehr sinnvolle.

Eingangs wurden die Kuckuchslieder erwähnt. Dort taucht der Kuckucksruf immer als so-mi auf. Die anderen drei Möglichkeiten hingegen nie.

 

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