Kapitel 4, Lektion 6: Stufendreiklänge Moll 2

Stufendreiklänge in Moll

Wir haben gestern gesehen, dass es in Moll ganz ähnlich ist wie in Dur. Der Unterschied liegt erstmal nur in der Tonleiter.
Diese bestimmt, welche Töne in den Stufendreiklängen vorkommen.

  • Die Tonika ist Akkord der ersten Stufe. Dur Grundton do, Moll la.
  • Die Subdominante ist Akkord der vierten Stufe. Dur Grundton fa, Moll re.
  • Die Dominante ist Akkord der fünften Stufe. Dur Grundton so, Moll mi.

Im folgenden Notenbild sind die Tonsilben für sämtliche Stufen und die Hauptfunktionen in Moll angegeben. Sie erkennen Moll daran, dass die Tonleiter mit la anfängt.

  • Tonika la do mi
  • Subdominanten re fa la
  • Dominante mi so ti

Danach folgt eine kurze Kadenz, die wir auch schon in Dur gespielt haben (Kapitel 3 Lektion 1).

Und die Grundtöne dieser drei "Hauptfunktionen" liegen in Dur und Moll in gleicher Beziehung. Wir betrachten wieder die Situation, wenn der Tonikagrundton la (oder do) auf der fünften Saite liegt. Dann können wir die Subdominante und Dominante entweder oben drüber (rot), oder unten drunter (blau) erreichen. Und natürlich setzt sich das alles nach oben und unten fort.

Zum YouTube-Video "4.06 Hauptharmonien in Moll"

Momentan betrachten wir Dur und Moll streng getrennt. Wir spielen entweder in Dur, oder in Moll.
Alle meine Entchen, Hejo, Bruder Jakob, Höret die Drescher.

Im Notenbild haben Sie aber bereits gesehen, dass natürlich sowohl in Dur, alsauch in Moll alle Stufenakkorde vorkommen, nur an unterschiedlicher Position.
In Dur und Moll kommen alle sieben Tonsilben vor, also kommen auch alle sieben Stufendreiklänge vor.
Um Die Hauptfunktionen Tonika, Subdominante und Dominante in Dur und Moll unterscheiden zu können, gibt es folgende Konvention.

  • Abkürzungen: Tonika = T (oder t) usw.
  • Dur = Großbuchstaben, denn in Dur sind T, S und D allesamt Durakkorde
  • Moll = Kleinbuchstaben, denn in Moll sind t, s und d allesamt Mollakorde
Stufe Moll1234567    
Grundton Moll
Funktion
la
t
tido
 
re
s
mi
d
faso    
Tonsilben


Art des Dreiklangs
mi
do
la
Moll
fa
re
ti
verm.
sp
mi
do
Dur
la
fa
re
Moll
ti
so
mi
Moll
do
la
fa
Dur
re
ti
so
Dur
mi
do
la
Moll
fa
re
ti
verm.
  
Funktion
Grundton Dur
  T
do

re

mi
S
fa
D
so

la

ti
  
Stufe Dur  1234567  

Das ist verwirrend, gell?
Deshalb habe ich die Funktionsbezeichnung der anderen Stufendreiklänge (2, 3, 6, 7) auch erstmal weggelassen. Ich führe sie bei Bedarf ein.
Der Bedarf wird sich noch ergeben, denn natürlich ist es so, dass sowohl in Dur, alsauch in Moll alle sieben Stufenakkorde vorkommen können.

Die Kadenz, die wir oben gespielt haben, lautet in Moll also einfach: t  s  d  t 
In Dur hieße die Kadenz: T  S  D  T

"... dass sowohl in Dur, alsauch in Moll alle sieben Stufenakkorde vorkommen können?" 
Worin unterscheiden sich dann Dur und Moll, wenn in beiden Tongeschlechtern alle Akkorde vorkommen können?

Die Antwort, mit der wie hier im Ferienkurs gut leben können lautet: Eine Kadenz beginnt und endet mit der Tonika. Bei Stücken in Moll ist es eine Molltonika, bei Stücken in Dur eine Durtonika.
Bei Stücken in Moll sind die Hauptharmonien eher Mollakkorde, in Dur Durakkorde. Nächste Woche werden wir sehen, wie das mit den Nebenharmonien zusammengeht. Nebenharmonien sind die anderen, die wir bisher tunlichst ausgespart hatten.
Dann werden wir auch langsam einsteigen in die absolute Notation und wir werden erste Alterationen kennenlernen. Moll sei dank, wie Sie sehen werden.