Woche 1 - Tag 6

Das absolute Griffbrett: Neuer Ton "Bes" (Bb)

Im Quintenzirkel folgt auf C und F das Bb. Der Ton liegt einen Halbton unter B, welches im Deutschen H genannt wird.
Die Benennung ist etwas knifflig, es gibt drei Varianten ... Der Bennenung der Töne zwischen A und C:

 RegionA ? ? C
1)

International. Im englischen wird Bb "B flat" genannt

A  Bb B C
2)

im Deutschsprachigen Raum heißt der Ton seit jeher B, was ein Problem ist,
da das internationale B einen Halbton höher liegt.

A B H C
3)

Neu im deutschsprachigen Raum: Man kann inzwischen sagen: Bes.
Passt zur internationalen Benennung und der
Name wird gebildet wie sonst auch beim Vorzeichen "b"

A Bes B C

Ich habe beim Recherchieren für diesen Kurs einen Wikibooks Artikel gefunden, der diese Problematik erläutert*.
Tor 3 ist die beste Lösung, denn dann wird B genauso wie G D und andere Noten behandelt. Ges, Des ... Bes.
Und es ist sofort klar: Wenn es ein Bes gibt, heißt der Ton darüber B.
Ich verwende Bes seit Jahren im Unterricht, habe bisher aber immer dazugesagt, dass das nicht offiziell ist. Der Artikel ändert das. Wenn's in 'nem Wiki steht, isses offiziell ;-)
Trotzdem gibt es noch ein Problem. Mit "Bes" war im Deutschen das doppelt verminderte H gemeint, enharmonisch verwechselt ist Bes der Ton A. Statt A B H C also Bes B H C.
Bes muss man jetzt analog zu Geses und Deses Beses nennen und jeder weiß, was gemeint ist.
Das "Beses" kommt aber in der Praxis eher selten vor. Hier auf der Website verwende ich ab sofort die dritte Variante mit Bes und B. YES!
Ihr denkt jetzt sicher, ich bin komplett verrückt? Nee, ich nicht. Die Welt ... da bin ich mir nicht sicher.

* Ich liebe die Legende vom Mönch, habe ich früher auch gerne erzählt. Das Druckereiproblem ist sicherlich richtig, da schlüssig ... aber Mönche, Schreibfehler ... es ist so herrlich menschlich.

Übungen

Da ändert sich erstmal nichts. Je nachdem, wie flott Ihr seid, spielt Ihr einen Rhythmusbaustein oder den Einzelton.
Oder Ihr probiert mal die (8)421-Übung von gestern.

Wer dann noch mag macht folgendes:

  1. C, F und Bb auf Saite 6
  2. C, F und Bb auf Saite 5
  3. C, F und Bb auf Saite 4 usw.

Und natürlich mit den Playbacks in der rechten Spalte:

  1. Arpeggio und Grundfigur F7
  2. Arpeggio und Grundfigur C7
  3. Arpeggio und Grundfigur Bb7

Alle Übungen zusammen, da kann man sich schonmal 10 - 20 Minuten mit beschäftigen.

Am Ende des Kurses wird es so sein, dass C und F am besten laufen, da sie am längsten geübt wurden.
G kommt erst in der letzten Ferienwoche und wir der schwächste Ton sein. Nach den Ferien, sofern Ihr durchhaltet, wird also noch etwas weitergeübt.

Die Griffbrettkenntnis ist aber eine tolle Sache, wenn man sie anwenden kann. Und mit dem Blues in zwölf Tonarten könnt Ihr Eure Kenntnis anwenden und vertiefen.
Da die Griffbrettkenntnis einem erst was nutzt, wenn man alle Töne kennt, werdet Ihr sie auch in anderen Situationen einsetzen können und zu schätzen wissen.

... und dann können wir an den ersten Blues rangehen ... denn mit F7, C7 und Bb7 haben wir alles zusammen.