Woche 2 - Tag 2

Permutationen 1

Seit einer Woche spielen wir nun die Dom7 Grundfigur über das gesamt Griffbrett. Ich vermute, eine gewisse Vertrautheit ist inzwischen erreicht und ein Arpeggio läut auch schon einigermaßen über anderthalb bis zwei Oktaven. Von Saite 6 bis Saite 1 und zurück? Dafür würde ich mir wirklich die sechs Wochen Zeit nehmen. Bei mir hatte es etwa drei Wochen gedauert, von dem Moment an, als ich "über alle Saiten" thematisiert hatte, bis es automatisiert war (unterhalten, Gedicht aufsagen).

Beim Spielen zu den Playbacks ist Euch vielleicht aufgefallen, dass man gerne die immer gleichen Phrasen und Motive wiederholt. Unser eigentliches Ziel ist es ja auch, die Lage von 1, 3, 5 und 7 zueinander zu lernen. Sprecht Ihr noch diese Stufen laut mit?

Für diese Probleme gibt es eine Lösung, sie heißt "Permutationen". Permutationen sind die Anordnung von Objekten in einer bestimmten Reihenfolge. Hier natürlich die Reihenfolge der Stufen unserer Dom7 Grundfigur.

Erste Permutation ist natürlich 1 3 5 7.
Vertauschen der letzten zwei: 1 3 7 5
Und mehr "Varianten" mit 13 am Anfang kann es nicht geben.

Wie kann man noch anfangen? Natürlich mit 15 und 17 und das sind dann auch schon alle, die mit 1 beginnen. Sechs Permutationen beginnen mit 1.

1 3 5 7
1 3 7 5

1 5 3 7
1 5 7 3

1 7 3 5
1 7 5 3

Die Übung

Diese Übung ist keine Eintagsfliege, sie kann einen ein Leben lang begleiten.
Ich kenne sie von meinem Bigbandleader Heiko, studierter Jazztrompeter. Muss schon mehr als zwei Jahre her sein, dass ich ihn fragte, was ich denn als Klassischer Gitarrist, der Improvisieren nicht von der Pike auf gelernt hat, am besten üben sollte. Sein Tipp: Dominantseptakkord, Mollseptakkord und Major7-Akkord mit Permutationen in allen Tonarten. Lernen die Jazzer in ihrem Studium. Lernen wir also von den Profis. 
Es hat gedauert, bis ich es umgesetzt habe, aber ... here we are.

Und so geht's:

Ihr sucht Euch eine Stelle auf dem Griffbrett, die Ihr in den Fokus stellen wollt. Dabei muss die 1 nicht der tiefste Ton sein, es geht natürlich auch mit einem 5 7 1 3 Ausschnitt. Tatsäch sind auch weite Lagen denkbar. Wichtig ist nur: 1 3 5 und 7 müssen vorhanden sein.
Und dann spielt man die Permutationen durch.

  • Entweder ganz gleichmäßig oder mit einem beliebigen Rhythmusbaustein. Hier ist alles erlaubt.
  • Es gibt "unangenhme" Kombinationen, bei denen ein Finger "springt". Dann gibt es in diesem Motiv eben einen Absatz. Ihr dürft aber auch den bequemsten Fingersatz suchen und finden und spielen.
    Bei dieser Übung geht es ja darum, die Lage der Stufen zu lernen. Die sollte irgendwann unabhängig vom Fingersatz sein. Ein fester Fingersatz dient nur am Anfang zur Orientierung und Stütze. Außerdem: Weiß ich, ob Ihr nicht alles nur mit Zeige- und Mittelfinger spielt wie Django Reinhardt (Wikipedia)?

Hier bietet sich natürlich wieder die 4 2 1-Übung an entweder in der Form: 1111 5555 7777 3333, 11 55 77 33, 1 5 7 3
oder in der Form: 1 5 7 3, 1 5 7 3, 1 5 7 3 ... 1 5 3 7, 1 5 3 7 ... 
Das Ziel: Man spielt die Permutationen in einem Rutsch durch.

Für uns gilt momentan und das ist das wichtigste: Stufe laut mitsprechen!

Musikalischer wird es mit einem entsprechenden Playback. Am besten nur en Akkord.

Zum YouTube-Video "Permutationen"

Und die restlichen Permutationen folgen die Tage. Wieviele sind es insgesamt? 24. 4 x 6.

Diese Übung ist ein Quell neuer Motive und sehr inspirierend, denn sie nimmt keinerlei Rücksicht auf Eure persönlichen Vorlieben oder Befindlichkeiten. Also ran an den Speck ...

By the way ...

Wie klingt das denn nun eigentlich, wenn man den Blues mit akkordeigenen Tönen ... ich spiele Euch mal einen Blues in F.
Es fehlen die typischen Blueselemente Blue notes, Chromatik, Pentatonik und Bluestonleiter.
Aber genau darum geht es ja in diesem Kurs.

Zum YouTube-Video "2.02 Jens spielt Blues in F"

Wer's mal probieren möchte ...
Zum YouTube-Video "2.02 Blues in F 120bpm, Country Swing"

Die Blues-Videos werden immer andere Tempi und Stile haben.
Zum Ende des Kurses wird es immer flotter, wir sind eigentlich noch in der 100bpm-Woche