Woche 2 - Tag 6

Permutationen "3" und "7"

Bisher hatten wir die Permutationen beginnend mit 1 und 5.

Heute vervollständigen wir das Thema Permutationen mit denen beginnend auf 3 und 7. Mehr Permutationen gibt es nicht.

Weil es so wichtig ist, hier nochmal die Gedankengänge von gestern.
Die Versuchung ist groß, bei jedem neuen Akkord mit 1 zu beginnen, weil die Orientierung einfach so funktioniert.

  1. Ich soll Bb7 spielen,
  2. also denke ich an Bb,
  3. suche das Bb,
  4. gehe mit der Hand zum nächsten Bb,
  5. spiele das Bb.

Für uns beim Improvisieren wäre es besonders wichtig, alles so zu machen, wie ich es gerade aufgezählt habe, außer dem letzten Punkt.

  1. Ich soll Bb7 spielen,
  2. also denke ich an Bb,
  3. suche das Bb,
  4. gehe mit der Hand zum nächsten Bb,
  5. spiele nicht das Bb, sondern die 3 oder 7 
    deswegen üben wir schießlich das relative Griffbrett

Merkt Ihr was?
Hiert trifft das absolute Griffbrett auf das relative. Man kann es auch so sehen: Wir "entkoppeln" das absolute und relative Griffbrett.
An Grundton denken, aber Terz/Sept spielen.
Anfang des Kurses hatte ich geschrieben, dass es auch darum geht, eine neue Art denken zu lernen. Das hier wäre ein schönes Beispiel dafür.
Wie die Permutationen entstehen, könnt Ihr an Tag 2 nachlesen.

Hier die Permutationen:

... beginnend mit 3

... beginnend mit 7

... beginnend mit 5

... beginnend mit 1

 
  • 3  1  5  7

  • 3  1  7  5

  • 3  5  1  7

  • 3  5  7  1

  • 3  7  1  5

  • 3  7  5  1

 
 
  • 7  1  3  5

  • 7  1  5  3

  • 7  3  1  5

  • 7  3  5  1

  • 7  5  1  3

  • 7  5  3  1

 
 
  • 5  1  3  7

  • 5  1  7  3

  • 5  3  1  7

  • 5  3  7  1

  • 5  7  1  3

  • 5  7  3  1

 
 
  • 1  3  5  7

  • 1  3  7  5

  • 1  5  3  7

  • 1  5  7  3

  • 1  7  3  5

  • 1  7  5  3

 
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Kleine Hilfen dazu:

  • 3 und 7 werden in unserer Grundfigur vom Zeigefinger gespielt!
  • Unsere Arpeggien bestehen aus zwei Tönen pro Saite. 3 und 7 liegen immer "kopfseitig"

Für den Hinterkopf: 1 und 5 sind im Dom7-Akkord die eher "uninteressanten" Töne. Auf jeden Fall als "Liegeton". Die 1 wird fast immer vom Bass gespielt, die 5 ist nur ein Füllsel und eher interessant, wenn Sie als #5 oder b5 daherkommt. Also nicht im Dom7-Akkord.
Die interessanten Töne im Dom7-Akkord sind die 3 und 7. 
Mit "Liegeton" ist ein Ton gemeint der länger liegenbliebt. Bei den Permutationen bietet sich da der Schlusston an.
Daher sind besonders die Permutationen interessant, die auf 3 oder 7 enden. Das wären 12 aus 24.
Einfacher für die Praxis. Der Liegeton ist unter dem Zeigefinger;-)

Trotzdem gilt weiterhin: Permutationen sind eine wichtige Quelle für Ideen, aus diesem Grunde sollten wir sie alle üben.
Wir müssen sie aber nicht alle während der Improvisation spielen;-)
Auswählen kann ich aber nur, wenn ich alle kenne ...

Ausblick ...

Wenn man dann irgendwann das absolute Griffbrett verinnerlicht hat ...

... und das relative Griffbrett auch ...

... wäre der nächste Schritt, dieses Wissen zu nutzen um einen direkteren Weg zu den Tönen eines Akkordes zu gehen:

  1. Ich soll Bb7 spielen,
  2. ich will die Terz spielen
    (was die Terz ist lehrt mich das relative Griffbrett)
  3. und spiele das d

Darauf werde ich dann in den letzten Ferienwochen zurückkommen.