Woche 5 - Tag 1

Das Griffbrett horizontal, Saite 1&2

Angefangen hatten wir vor vier Wochen mit der Grundfigur des Dom7-Akkordes.
Letzte Woche hatten wir diese Form verlassen und uns die Standardgriffbilder des Dom7-Akkordes angeschaut. 
In dieser Woche geht es um das "horizontale" Griffbrett. Man versucht dabei, sich auf wenige Saiten zu beschrängen, eins zwei, und sich längs des Griffbrettes  zu bewegen.

Heute schauen wir uns Saite 1 und 2 an. Oben alle Töne des Dom7-Akkordes, verteilt auf die zwei Arpeggien, die wir seit jeher hier im Kurs verwenden.

Unten nur die Töne auf den Saiten 1 & 2. Nur diese wollen wir jetzt verwenden.

Ihr seht, es sind drei Kombinationen eingefärbt. Zwei kennen wir von unseren Arpeggios, mint und orange.
Das dritte, gelb, stammt vom E7-Typ und ist wegen der Überstreckung etwas unangenehm.
Es gibt ein viertes, es ist noch unangenehmer: Die Kombination 1-5 mint und 3-7 orange in der linken Hälfte.
Überstreckung plus Lagenwechsel.
Wenn Ihr ehrgeizig seid und auf Vollständigkeit steht.

Allen vieren ist gemeinsam, dass sie den kompletten Dom7-Akkord abbilden. 1 3 5 7.
Alle haben jeweils zwei Töne auf der ersten und zwei auf der zweiten Saite.
Unter diesen Voraussetzungen gibt es nur vier mögliche Griffbilder, wobei jeder Ton einmal tiefster Ton ist.

Saite 2 & 1FarbeHandling
7-1 & 3-5mintbekannt
1-3 & 5-7mint/orangeneu, unangenehm wegen Überstreckung 1-3
und Lagenwechsel.
3-5 & 7-1orangebekannt
5-7 & 1-3gelbneu, unangenehm wegen Überstreckung 1-3

 

Diese Übung ist aus einem Grunde wichtig. Von unseren bisherigen beiden Arpeggien haben wir zwei einsaitige "Fragemente" gelernt: 7-1 und 3-5.
Durch das horizontale Griffbrett lernen wir zwei neue: 5-7 und 1-3.

Fingersatz

Hier mache ich keine Vorgaben. Spielt die einzelnen Griffbilder diese Woche, wie Ihr wollt.
Beispiel orange:

  • Klassisch wie in unserem Arpeggio: 37 Zeige-, 1 Ring-, 5 Kleinfinger
  • Geht auch ohne Lagenwechsel: 7 Mittelfinger, 15 Kleinfinger

Keine Vorgaben deshalb, weil wir ja auch horizontal von einem zum anderen Griffbild wechseln.

Was tun, üben?

Um die Lage der Stufen zu behalten, empfiehlt es sich ... diese laut auszusprechen;-)
Aber das wisst Ihr inzwischen, hoffe ich ...
Es gibt nur eine Sache, die noch besser ist als laut aussprechen ... laut singen.
Ihr kennt das bestimmt, wenn Gitarristen ihre Soli mitsingen. Machen natürlich eher die Jazzer. Hatte ich mal bei George Benson live erlebt. Sehr beeindruckend. 
So jedenfalls kann man das üben. Man wird immer sicherer, believe it.

  • Permutationen in jedem der drei Kombis. So lange, bis man etwas mit den Figuren warm geworden ist.
    Ihr ahnt sicher, dass wir das Spielchen auf den Saiten 2&3, 3&4 ... wiederholen werden. Keine Sorge, da sind die Figuren gleich oder ähnlich (2&3). Jetzt beim ersten Mal ist es Arbeit, später ist es nur noch "same procedere as last year, James".
    Zuerst also nur mint, nur orange, nur gelb.

Bei den nächsten Übungen kommt es ein bisschen auf die Lage des Dom7-Akkordes an. Werdet Ihr merken.
Zur Orientierung dient uns jeweils der Grundton.

  • Versucht zwischen zwei Kombis zu wechseln. Zuerst die benachbarten.
    Mint/orange
    orange/gelb
    gelb/mint
     
  • Wechselt zum übernächsten
    mint/gelb
    gelb/orange
    orange/mint
    Okay, ich meine jetzt immer von links nach rechts;-)

Diese vier Arpeggien sind ideal für repetetive 16tel-Figuren à la 1-3-5-7, 1-3-5-7 ...
Wandert man zur nächsten Kombination bei gleichem Fingersatz: 3-5-7-1, 3-5-7-1, dann 5-7-1-3 ...
Wenn Ihr es ausprobiert merkt Ihr, wie man sich längs des Girffbretts bewegt, statt von Saite zu Saite. Horizontal statt Vertikal.

 

Das horizontale Griffbrett: Eine Saite

Eine Anregung und Ausblick auf die Zukunft.

Yep. Auch das geht. An dieser Übung bin ich selbst grade dran. 
Aber die Orientierung läuft ganz anders, da es kein wirkliches Griffbild mehr gibt. Nicht Thema dieses Kurses, wäre ein Folgekurs.
Aus der vorherigen Übung werdet Ihr kleine Fragemente mitnehmen: 1-7, 5-7, 3-5 weil sie gut in der Hand liegen. Diese helfen.

"Auf einer Saite" erfordert eher die Orientierung nach Akkordtönen.
Man orientiert sich nicht mehr am Grundton und hat ein Griffbild parat, sondern rein nach den Akkordtönen.

Wie  heißen die Akkordtöne von Eb7?
Ihr seht, das erfordert ein ganz anderes Wissen.

In diesem Ferienkurs lernt Ihr alle Töne des Griffbretts und wie Ihr nach diesen den Dom7-Akkord ausrichten könnt, indem Ihr den Grundton aufsucht.

Der nächste Kurs hätte zum Thema, sich vom Grundton zu lösen und direkt die 3, 5 oder 7 anspielen zu können. Diese muss man erstmal wissen.
Es G Bes Des. Die Töne des Eb7.
Wäre doch viel einfacher, diese Töne direkt zu wissen und spielen zu können. Bzw. nicht nur den Grundton des Akkordes zur Orientierung verwenden zu können, sondern alle vier.
Ich selbst erlebe das tatsächlich als sehr angenehm und hilfreich. Bei mehr als der Hälfte der Dom7-Akkorde weiß ich bereits die Akkordtöne flott. Bei vier fünfen wirklich von jetzt auf gleich. Es sind nur so vier fünf, bei denen ich mich schwer tue.

Voraussetzung für diesen Folgekurs ist natürlich, dass man das komplette absolute Griffbrett beherrscht. Da sind wir noch auf dem Weg. Haltet Euch also ran.