Woche 1 - Tag 6

Hopp, Hopp Übung

Unsere heutige Übung findet im Fünftonraum statt und kombiniert Dreiklang mit Tonleiterausschnitt.
Ein bekanntes Kinderlied.
Versuchen Sie heute einmal, selbst die Tonsilben den Noten zuzuordnen. Das fa ist vorgegeben und somit sind alle anderen auch festgelegt.
Spielen Sie die Figur das Griffbrett rauf und runter, gerne auch auf den hohen Melodiesaiten.
Unbedingt auch mit do auf Saite 3, da dort die Tonsilben etwas anders liegen (Tag 2).

Neue Tonsilben: La und Ti

Zwei Tonsilben fehlen noch: La und Ti.

Aber es gibt nicht nur zwei neue Tonsilben, wir spielen sie auch gleich an zwei unterschiedlichen Positionen, hoch und tief. Nicht erschrecken. damit haben wir dann alle Tonsilben, es kommen keine neuen hinzu (außer ich gehe auf Alterationen ein;-)
Diese folgenden beiden Griffbrettdiagramme werden uns jetzt die nächsten Wochen beschäftigen.

Zunächst "hoch", endlich können wir die komplette Dur-Tonleiter spielen. Das "hohe do" ist auch neu für uns, aber halt keine neue Tonsilbe.

zum YouTube-Video "Neue Tonsilben: la und ti"
(Wie bringt man einen Gitarristen zum Schweigen? Die Antwort am Ende des "la und ti"-Videos)

Probieren Sie gleich mal aus: do re mi fa so la ti do | do ti la so fa mi re do
Auch in unterschiedlichen Bünden und auf unterschiedlichen Saiten. Achtung, ab Saite 2 gibt es einen Veratz.

Da wir beim Stufen erkennen zunächst immer zum gleichen do spielen, brauchen wir la und ti auch "tief".

la und ti ... tief. Die Moll-Tonleiter

Neben der Durtonleiter können wir jetzt auch die komplette Moll-Tonleiter spielen. Moll startet auf Tonsilbe la.

la ti do re mi fa so | so fa mi re do ti la

All together now ...

Sie haben sicher gemerkt, dass re und so auf einmal anders liegen. Auf der Gitarre gibt es jeden Ton mehrfach.
Im letzten Griffbrettdiagramm habe ich deshalb beide Tonleitern zusammen eingetragen.
Mintfarben sind Töne, die gleich klingen. Um alles komplett durchzuspielen, muss man irgendwann die Lage wechseln.
Deshalb sind zwei verschiedene Fingersätze angegeben. Wo man den Lagenwechsel macht, bleibt einem selbst überlassen.

Alle meine Entchen in Dur und Moll

zum YouTube-Video "Alle meine Entchen, Dur"

do re mi fa so so lalalala so ...

zum YouTube-Video "Alle meine Entchen, Moll"

la ti do re mi mi fafafafa mi ...

Aufgabe:
Starten Sie beide Lieder auf dem gleichen Ton, also z.B. im 7. Bund. Das ist tatsächlich ein Tonartwechsel, da beide Lieder ein unterschiedliches do haben.
In den beiden Videos gab es strenggenommen keinen Tonartwechsel, da das do gleich geblieben ist. Es gab nur einen Wechsel des Angangstones.

??? Gibt's bestimmt ein Video zu;-)

Dieses Bild zeigt deutlich, was relative Notation bedeutet. Die "absolute" Tonhöhe ist nicht im Notenbild kodiert, sondern in den Tonsilben.
Das Notenbild sieht in der zweiten Zeile identisch aus, aber wenn ich die Tonsilben singe oder spiele, hört man einen ganz anderen Klang.
Deswegen reichen auch die Notenköpfe nicht aus. Die Tonsilben müssen bekannt sein, weil erst sie die absolute Tonhöhe festlegen.
Und es wird klar, dass es Probleme mit Musikinstrumenten geben muss. Diese brauche eine absolute Tonhöhe. Welche Änderungen da nötig wurden und auch umgesetzt wurden, werden wir im Verlauf des Kurses noch sehen.

Kurzschrift

Nun habe ich auch die Situation, dass ich Tonsilben unterhalb und oberhalb des do aufschreiben muss. Das ist aber überhaupt kein Problem.
Unser stark erweiterter Tonumfang im obigen Griffbrettdiagramm lautet in der Kurzschrift:

la, ti, do re mi fa so la ti do'

Töne unter dem do bekommen ein Komma , 
Töne höher als ti ein Apostroph ' angehängt.
Somit hat man drei Oktaven Tonumfang.

do, re, mi, fa, so, la, ti, do re mi fa so la ti do' re' mi' fa' so' la' ti'

Reicht nicht? Dann zwei Kommata,, zwei Apostrophe ''
... la' ti' do'' re'' ...

Das können Sie erstmal verdauen. In den nächsten Tagen gibt es keine neuen Töne oder Tonslilben.
Wir haben erstmal reichlich Stoff um uns auszutoben.

Morgen gibt es wahrscheinlich mal "Food for thought". Hintergrundinfos zur Solmisation.

Wie geht's weiter in der zweiten Woche?

Wir haben alle sieben Tonsilben. Mit diesen werden wir uns die nächsten Wochen beschäftigen. Vielleicht komme ich in den letzten beiden Wochen auf Alterationen zu sprechen. Bis dahin sollten die sieben Tonsilben gefestigt sein.

In der nächsten Woche werden wir uns dem Stufen erkennen widmen und bekannte Melodien solmisieren.
Aus rechtlichen Gründen Volkslieder, Kinderlieder, Weihnachtslieder (ja ... ist auch nicht mehr lange hin. Die Lebkuchen für Aldi & Co werden schon gebacken).

Für alle, die dem Ferienkurs ohne Gitarre folgen, ist es zunächst einmal am einfachsten, Lieder zu solmisieren, die man bereits kennt.
Die Gitarristen haben die Gitarre zur Kontrolle, ohne Instrument hilft unser Gedächtnis.

So in etwa ist das gedacht ...