Lektion 1: Unterschied zum Basiskurs "Noten & Solmisation"

Der Unterschied ist schnell erklärt: Im Basiskurs gab es keinerlei Alterationen, sondern nur die Tonartvorzeichnung am Anfang der Notenzeile. Eine Alteration erkennen Sie an einem zusätzlichen Versetzungszeichen (Kreuz, Be, Auflösungszeichen) im Notentext unmittelbar vor einer Note.

Anders ausgedrückt: Sehen Sie im Notentext eine Tonartvorzeichnung und zusätzlich Versetzungszeichen im Notentext, so können Sie die Noten mit dem Wissen aus dem Basiskurs noch nicht korrekt in Tonsilben übersetzen. In diesem Kurs lernen wir die Alterationen fi und tu kennen.

Die Versetzungszeichen

Versetzungzeichen stehen unmittelbar vor einer Note. Sie gelten bis zum Ende des Taktes, bis zum nächsten Taktstrich. Es gibt drei Versetzungzeichen:

  • Das Kreuz: Es macht den Ton einen Halbtonschritt höher.
    An den Tonnamen wird "-is" angehängt. Aus F wird Fis, Aus A wird Ais, aus H wird His.
    In der Solmisation ändert die Tonsilbe den Vokal auf "i". Aus do wird di, fa wird fi usw.
     
  • Das Be: Es macht den Ton einen Halbtonschritt tiefer.
    An den Tonnamen wird "-es" angehängt. Aus F wird Fes, Aus G wird Ges, aber:
    Aus A wird As, aus H wird im Deutschen B und nicht Hes.
    Die Tonsilbe ändert den Vokal zu "u". Aus la wird lu, aus mi wird mu usw.
     
  • Das Auflösungszeichen: Es hebt die Wirkung eines Versetzungzeichens wieder auf und sagt soviel wie "Spiele das Original". Das kann erforderlich sein, wenn innerhalb des Taktes die Alteration wieder zurückgenommen werden muss, s.u.
    Hier gibt es keine Regel für die Tonsilbe, es hängt ja davon ab, ob der Ton erhöht oder erniedrigt wird. Das Auflösungszeichen kann beides. Töne mit Kreuz werden erniedrigt, Töne mit Be erhöht.

Im Beispiel unten befinden wir uns in C-Dur/a-moll (keine Tonartvorzeichnung). Die erste Note ist ein G, solmisiert wäre das ein so.
Das G wird mit einem Kreuz zum Gis erhöht (si), mit einem Be zum Ges erniedrigt (su) und mit einem Auflösungszeichen wieder zu einem G bzw. so.

Beachte:
Das Auflösungszeichen hebt natürlich auch die Wirkung der Tonartvorzeichnung für einen Takt auf. In diesem Falle stehen Auflösungszeichen im Notentext, ohne dass vorher ein Kreuz oder Be im Takt auftaucht, siehe das folgende Beispiel in A-Dur.

Kreuz und Be können in seltenen Fällen auch doppelt auftreten und erhöhen/erniedrigen dann um einen Ganztonschritt. Bei Alterationen von Tonarten, die sowieso schon viele Vorzeichen haben, kann das vorkommen. Gisis und Geses usw.
Ja, Notation ist ein wenig crazy.
In der Solmisation machen wir das aber nicht mit. Ein so mit einem Doppelkreuz wird zu einem la und nicht zu einem si-i (oder einer sissy, sorry, der musste jetzt sein;-)