Lektion 2: Dorisch - die dorische Sexte

Das Verfahren, Noten in Tonsilben zu übersetzen, ist immer gleich und unterscheidet sich nicht vom Basiskurs "Noten & Solmisation".
Tonartvorzeichnung anschauen und mithilfe der Regeln ...

  • das letze Kreuz ist ti
  • das letzte Be ist fa
  • kein Vorzeichen: Violinschlüssel: Schnecke = so, Bassschlüssel: Vierte Linie = fa

... die Tonsilben bestimmen.

Die dorische Tonart ist mollähnlich und die typische Alteration ist die Dorische Sexte. Im Vergleich zum Natürlichen Moll ist die sechste Stufe um einen Halbtonschritt erhöht. Wichtig: Sie ist immer erhöht, nicht ab und an.

Es gibt zwei mögliche Ergebnisse, je nachdem, wie der Komponist die Noten gesetzt hat. 

  • Zeile 1: Es gibt keine Alteration. Schlusston sollte im dorischen re sein. Da es keine Alteration gibt, kann man hier dorisch nur am Grundton re erkennen.

  • Zeile 2: Der Grundton ist la (wegen: mollähnlich) und daher muss es eine Alteration geben: fi. Ohne diese Alteration wäre es nicht dorisch, sondern aeolisch (Moll).
    Lieder enden meist auf dem Grundton, so dass der Schlusston höchstwahrscheinlich ein la wäre. Hier erkennt man dorisch an der Kombination Grundton = la und Alteration = fi. Da die Alteration durch das Versetzungszeichen offensichtlich ist, ist es mit dieser Notation viel leichter, die Kirchentonart zu erkennen.

Am Ende des Kurses gibt es einige Aufgaben, da werden Sie schnell merken, welche Notation leichter zu durchschauen ist. Hier eine dorische Tonleiter in beiden Notationsformen.

Beide Male handelt es sich um c dorisch, Sie sehen aber, dass die Tonartvorzeichnung unterschiedlich ist.

Woran erkennt man dorisch?

Am ehesten, wenn man den Grundton identifizieren kann. Fast immer ist der Grundton auch der Schlusston.  Hat man den Grundton identifiziert so gilt:

  • dorisch liegt vor, wenn der Grundton re heißt und es keine Alteration gibt, oder ...
  • dorisch liegt vor, wenn der Grundton la heißt und es die Alteration fi gibt, die Dorische Sexte.

Der zweite Fall lässt sich leichter erkennen und auch singen. Die Alteration fi, das Versetzungzeichen, springt schnell ins Auge.

Im ersten Fall kann man dorisch nur korrekt bestimmen, wenn man den Grundton als re bestimmen kann.

f/fis dorisch

Zwei weitere Notenbeispiele, beide in der übersichtlichen Grundton-ist-la-Notation.

Auf den ersten Blick sieht man, dass es eine Alteration gibt und in diesem Beispiel, dass es sich beide Male um die sechste Stufe handelt, fi statt fa.

 

Die Dorische Sexte ist erhöht. Das sieht man in der zweiten Zeile, fis dorisch, sofort. Ein Kreuz vor dem sechsten Ton.

Im ersten Beispiel mit dem Auflösungszeichen ist es nicht so einfach, da wir noch nicht wissen, ob der Ton erhöht oder erniedrigt wurde. Erst ein Blick in die Tonartvorzeichnung zeigt die Bes, also war der Ton erniedrigt und wird durch das Auflösungszeichen ... erhöht. Aus fa wird fi.