Tonraum Moll

In den Kursen über die Kirchentonarten wurde bereits angedeutet, dass es in Moll verschiedene Tonleitern gibt, so dass man gerne vom "Tonraum Moll " spricht, der aus insgesamt neun Tönen besteht.
Im ionischen System (Kirchentonarten) haben die Tonleitern immer sieben Töne.
In Lektion 11 gort gab es bereits eine kurze Einführung.

Bei einer Molltonleiter fällt einem als erstes die "Natürliche Molltonleiter" ein. Sie entspricht genau der aeolischen Tonleiter des ionischen Systems.

Aus harmonischen und melodischen Gründen gibt es noch zwei weitere Molltonleitern, die durch Alteration der sechsten und siebten Stufe entstehen. Dadurch entstehen zwei neue diatonische Tonleitern, die außerhalb des ionischen Systems stehen. Das bedeutet: Sie können nicht ausschließlich mit den normalen Tonsilben dargestellt werden, sondern es sind Alterationen erforderlich.
Zum Vergleich: Lydisch kann auf do starten und hat dann die Alteration fi. Lydisch kann aber auch auf fa starten und dann gibt es keine Alteration.

Die drei Molltonleitern:

  • Natürlich Moll, aeolisch.
  • Neu: Harmonisch Moll mit erhöhter siebter Stufe.
  • Neu: Melodisch Moll mit erhöhter sechster und siebter Stufe.

In der Praxis tauchen diese drei Tonarten nicht getrennt auf, sondern werden situationsabhängig verwendet. Das kann auch innerhalb eines einzigen Taktes passieren.

Warum dann nicht eine Tonleiter mit neun Tönen bilden und Moll nennen?
Diese Tonleiter enthielte ab der fünften Stufe eine chromatische Tonfolge mi fa fi so si la.
In der Praxis kommt genau diese Tonfolge allerdings praktisch nie vor, sondern entweder der Ausschnitt aus der Natürlichen, Harmonischen oder Melodischen Tonleiter.
Auch gibt es Stücke, die ausschließlich die Natürliche Molltonleiter verwenden.
Daher ist die getrennte Betrachtung der Tonleitern immer noch sinnvoll, aber man sollte sich in Moll bewusst sein, dass alle drei auftauchen können.

In diesem Kurs schauen wir uns den Tonraum Moll näher an.

Zur ersten Lektion >>>